Dieser Leitfaden richtet sich an Glücksspielanbieter, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für den deutschen Markt anstreben. Das Verfahren ist anspruchsvoll, aber gut strukturiert.
Jeder Lizenztyp erfordert einen separaten Antrag. Es ist möglich, mehrere Lizenzen gleichzeitig zu beantragen, was den Prozess für Anbieter mit breitem Portfolio effizienter gestaltet.
Antragsteller müssen eine ausreichende Kapitalisierung nachweisen, um den laufenden Betrieb und ausstehende Spielergewinne jederzeit abdecken zu können. Die genauen Mindestbeträge variieren je nach Lizenztyp, liegen aber typischerweise im siebenstelligen Bereich. Zudem ist eine Sicherheitsleistung (Bankgarantie oder Treuhandkonto) zu hinterlegen.
Die technische Plattform muss höchste Sicherheitsstandards erfüllen. Dazu gehören: Verschlüsselung aller Datenübertragungen, redundante Serverinfrastruktur, zertifizierter Zufallszahlengenerator (RNG), Integration in das OASIS-Sperrsystem, Echtzeit-Monitoring von Spielverhalten und automatische Durchsetzung der Einzahlungslimits.
Ein umfassendes Spielerschutzkonzept ist Pflicht. Es muss mindestens enthalten: Identitätsverifikation vor der ersten Einzahlung, Einzahlungslimits (Standard: 1.000€/Monat), Selbstsperre-Optionen mit OASIS-Integration, Panik-Button für sofortige 24-Stunden-Sperre, regelmäßige Realitätschecks und Schulungsprogramme für Mitarbeiter im Bereich Suchtprävention.
Die GGL erhebt Gebühren für die Antragsprüfung und die laufende Aufsicht. Die Antragsgebühr liegt im fünfstelligen Bereich, die jährliche Aufsichtsgebühr richtet sich nach dem Umsatz des Lizenznehmers. Zusätzlich fallen Kosten für die technische Zertifizierung durch akkreditierte Prüfinstitute an.